Dr Yael Adler mit Podcast Host Olli Schmidt. Auf der Grafik steht: Mood Food, Essen, dass die Seele stärkt
Psyche

Folge 49: Wie Essen unsere Stimmung beeinflusst (mit Dr. Yael Adler)

Welche Lebensmittel wirken sich positiv auf unser Körpergefühl aus? Warum spielt der Darm so eine große Rolle für unsere mentales Wohlbefinden? Und wie finden wir Orientierung im Dschungel aus Ernährungstrends, Verzichtsideologien und Gesundheitsmythen? In Folge 49 unserer Podcast-Reihe „Heiter bis stürmisch“ sprechen wir über den faszinierenden Zusammenhang zwischen Ernährung und Psyche. Zu Gast: Dr. Yael Adler, Dermatologin, und Ernährungsmedizinerin.

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Auszug aus dem Podcast-Interview:

Was passiert im Körper und im Gehirn, wenn wir essen?

Oliver: Vielleicht können Sie uns ja mal einen kurzen Einblick geben, was im Körper passiert, wenn wir essen. Vor allem, was dann im Gehirn passiert

Yael Adler: Wir haben verschiedene Bestandteile in unserer Ernährung. Da sind zum Beispiel die Makronährstoffe, die teilen sich auf in Proteine, Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette

Und dann gibt es die Mikronährstoffe, also das, was Energie liefert und den Motor am Laufen hält und nicht nur Baumaterial ist wie die Mikronährstoffe. Das sind die Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, aber auch Omega-Fettsäuren.

Und wir brauchen im Grunde von allem genug, sogar reichlich, damit der Prozess reibungslos laufen kann. Wenn nämlich ein Baustein fehlt, wie zum Beispiel Eisen oder Zink, dann können die anderen noch so glänzen und poliert sein: Es wird immer an der einen Stelle so ein bisschen die Sache ausgebremst. Und deswegen ist es wichtig, dass wir aus dem Vollen schöpfen.

Und natürlich darf man die Ballaststoffe nicht vergessen, die für eine glückliche, vielfältige Darmflora zuständig sind.

Darm-Hirn-Achse: Wie der Darm die Psyche mitsteuert

Oliver: Gutes Stichwort. Es gibt eine Verbindung zwischen dem Darm und dem Gehirn, die Darm-Hirn-Achse. Was können Sie dazu sagen?

Yael Adler: Unsere Darmflora ist ein Mikrobiom – und das altert mit uns und es produziert Stoffe für uns, gute und schlechte. Und wir können unser Mikrobiom pflegen. Es liebt lösliche Ballaststoffe. Der nächste Tipp ist deswegen reichlich davon zu sich zu nehmen.

Wir wissen, dass wir in der westlichen Gesellschaft so gut wie alle einen Mangel an Ballaststoffen haben. Und man weiß auch, dass fünf Gramm Ballaststoffe am Tag mehr zu sich genommen eine Reduzierung der Gesamtsterblichkeit um 14 Prozent bedeuten kann. Wer am Tag 30 Gramm Ballaststoffe zu sich nimmt, macht das super.

Mit diesem Trick oder dem Salat aus dem Garten, der durch Pestizide nicht verseucht ist und wo noch echte Bakterien drauf liegen, kann seine eigene Darmflora unterstützen. Und auf diese Art bekommt man ein gutes Körpergefühl.

Wer einen guten Darm hat, eben auch ein glücklicheres Gehirn. Es gibt wie gesagt, eine Darm-Hirnachse. Und es gibt eine Verbindung des Darms zum Gehirn über den Vagusnerv. Das ist der Nerv für die Entspannung, also das Gegenteil des Stresssystems. Und im Darm wird auch das Glückshormon Serotonin produziert.

Fast Food und unser Suchtzentrum im Gehirn

Oliver: Und was ist mit Fast Food? Burger und Pommes können zumindest für den Moment glücklich machen.

Yael Adler: Fast Food ist eine Erfindung der Lebensmittelindustrie und die möchte gerne, dass wir süchtig sind und gute Kunden bleiben. Wenn wir Zucker zu uns nehmen oder sehr schnell freisetzende Kohlenhydrate, wie zum Beispiel weißes Mehl, dann geht im Gehirn ein Suchtzentrum an.

Dasselbe passiert auch mit Fett. Und dasselbe passiert mit Salz. Und jetzt frage ich Sie, in welchem Lebensmittel, das in der Natur vorkommt, haben wir sehr viel Zucker, sehr viel Fett und sehr viel Salz? In keinem. Aber in welchem Kunstlebensmittel haben wir genau das alles drin? Zum Beispiel in Kartoffelchips, die zwar nicht süß schmecken, aber unglaublich viel Zucker ist. Und so kommen wir in den „Ich-kann-nicht-aufhören-zu-essen“-Effekt.
 


Zucker, Stress und der Blick auf den Glukose-Sensor

Oliver: Als erstes sollte man also den Zuckerkonsum reduzieren?

Yael Adler: Zucker ist eine Substanz, die sehr schnell ins Blut geht und sehr schnell Insulin freisetzt aus der Bauchspeicheldrüse. Und wenn das zu viel passiert, gibt es eine übermäßige Insulin-Antwort. Der Zucker wird dann radikal wegräumt, dann unterzuckert man, und es geht einem mies. 

Außerdem verklebt der Zucker Eiweiß-Substanzen in unserem Körper und lässt uns schneller altern. Als Hautärztin sehe ich dann auch bei Patient:innen, dass die Hautqualität schlechter wird und Entzündungen zunehmen. Das alles passiert unsichtbar im Inneren unseres Körpers.

Beim Zucker kann man auch auf die Reihenfolge achten: Wenn wir zuerst einen Gemüsesalat oder eine Gemüsesuppe essen, danach Eiweiß und Fette und ganz am Schluss das Dessert, dann gelangt der Zucker viel langsamer in unseren Körper.

Außerdem hilft es, nach dem Essen um den Block zu gehen – dann sinkt der Blutzucker viel schneller ab, als wenn wir uns direkt auf die Couch legen.

Koffein, Kaffee und Pflanzenpunkte

Oliver: Was ist mit Koffein? Die meisten Menschen kommen ohne die erste Tasse Kaffee gar nicht so richtig in Fahrt. Ist das gesund oder nicht?

Yael Adler: Kaffee ist ein ultragesundes Lebensmittel. Pro Woche sollten wir 30 Pflanzenpunkte sammeln, das heißt: Wir sollten unterschiedliche Pflanzen zu uns nehmen für ein tolles Darm-Mikrobiom. Dazu zählen Gemüse, Obst, Nüsse, Saaten und auch Pilze sowie Kräuter, Gewürze und Kaffee.

Kaffee ist ein wertvoller Pflanzenpunkt, denn er liefert zum einen Polyphenole, also günstige Pflanzenstoffe, die die Pflanze schützen, aber auch Ballaststoffe. Wenn es ein richtig guter Kaffee ist, können zwei Tassen guter Kaffee mehr Ballaststoffe liefern als eine kleine Banane.

Studien zeigen: Wer drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag trinkt, hat ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch bestimmte Krebsarten, darunter Leber- und Gebärmutterkrebs, treten seltener auf oder verlaufen milder.

Alkohol: Genuss ja – Gesundheitselixier nein

Oliver: Dass Alkohol nicht gesund ist, wissen wir. Aber was ist mit der Aussage, ein Glas Rotwein am Tag sei gesund zum Beispiel?

Yael Adler: Es stimmt, dass Rotwein Resveratrol liefert. Bei Fliegen, Würmern und Hefen hat man das untersucht und hochgerechnet: Als Mensch müsste man etwa sieben Liter Rotwein am Tag trinken, um die schützenden Effekte des Resveratrols wirklich auskosten zu können. Daran allein kann es also nicht liegen. (Anm. der Redaktion: Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff (Polyphenol) mit stark antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften.)

Aber jetzt zu sagen, Alkohol hat einen Freifahrtschein – nein. Alkohol wird zu Acetaldehyd abgebaut, und das ist eine giftige Substanz. Man weiß, dass das bei sensiblen Menschen oder auch bei Frauen das Brustkrebsrisiko, überhaupt das Krebsrisiko, erhöhen kann. In größeren Mengen ist Alkohol leberschädlich und hat viele giftige Effekte auf die Zellgesundheit der Haut.

Ich würde sagen, man muss Alkohol nicht verteufeln, aber als gesundes Lebensmittel kann man ihn nicht verkaufen. In moderaten Mengen wird er für die meisten wahrscheinlich okay sein.

Wurst, Fleisch und was wirklich problematisch ist

Oliver: Gibt es noch weitere zumindest mit Vorsicht zu genießenden Stoffe?

Yael Adler: Wurst – also hochverarbeitetes Fleisch – sollte man wirklich so selten wie möglich essen. Wurst liefert zum einen viel Salz und ist teilweise mit Geschmacksverstärkern versehen. Sie enthält außerdem ungesunde Fette, die Entzündungen fördern, und krebserregende Substanzen. Nitritpökelsalz ist hier das Stichwort, daraus bilden sich Nitrosamine – du das ist eine krebserregende Substanz, die auch von der WHO mit einer Warnung versehen ist. Deswegen kann man Wurst zwar mal auf den Grill legen, sollte aber wissen: Das ist auf keinen Fall die gesunde Alternative, um Fleisch zu genießen.

Nahrungsergänzungsmittel: Wann sie sinnvoll sind

Oliver: Nahrungsergänzungsmittel sind gerade im Trend. Was hälst du davon?

Yael Adler: Im Blutbild meiner Patient:innen stelle ich häufig fest, dass fast allen folgendes fehlt: Vitamin D mit K2, Omega-3-Fettsäuren, Selen. Und vielen fehlt Zink. Viele brauchen Magnesium. Frauen, die menstruieren, brauchen oft Eisen. Und wir alle brauchen iodiertes Speisesalz als Volkssupplement. Bei diesen Nahrungsergänzungsmitteln, würde ich sagen, kann man auch blind mal zugreifen.

Beim Vitamin D ist es so: Sagen wir mal, so 2.500 Einheiten am Tag mit K2 sind ideal. Viele meiner Patienten sagen: ‚Wow, mir geht es seelisch so viel besser. Ich bin viel besser drauf, seit ich mein Vitamin-D-Defizit poliert habe.‘

Außerdem ist Vitamin D3 krebshemmend, wirkt antientzündlich gegen Autoimmunerkrankungen und hilft, dass sich keine Osteoporose entwickelt. Omega-3-Fettsäuren sind ebenfalls wichtig. DHA ist ganz wichtig für die Gehirngesundheit – 30 bis 40 Prozent der Gehirn-Nervenzellen sind daraus aufgebaut.

Supplements, gut dosiert, schlau dosiert, passend zum Individuum, sind eine super Sache. Manche kann man blind nehmen, andere sollte man überprüfen.

Heiter bis stürmisch – der Alltags-Podcast mit Olli Schmidt

Willkommen bei "Heiter bis stürmisch" – dem Alltags-Podcast. Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt: Das Leben hat Höhen und Tiefen. Genau darum geht es bei uns: um die alltäglichen Krisen wie Streit mit dem Partner oder der Partnerin, Erziehungsfragen, Überlastung im Job, Unsicherheiten und Angst. Wir sprechen mit Expert:innen und geben Ihnen praktische Tipps an die Hand, damit Sie besser mit Krisen und Herausforderungen umgehen können. 

Unseren Podcast gibt es auf allen bekannten Podcast-Plattformen zu hören (Spotify, Apple Music, Audible etc.)! Fragen, Anregungen, Kritik, Wünsche? Schreiben Sie uns gerne an: podcast@familienservice.de 

null Emotional Reset – leichter ins neue Jahr starten

Junge Frau tanzt fröhlich
Body & Soul

Emotional Reset – leichter ins neue Jahr starten

Neues Jahr, neue Vorsätze: Viele Menschen nehmen sich vor, mehr Sport zu treiben, sich gesünder zu ernähren oder endlich den Keller aufzuräumen. Eine Frage stellen sie sich dabei jedoch seltener: Wie sieht es eigentlich in mir drin aus? 

Gerade Berufstätige kennen das: Ein neues Jahr beginnt, der Kalender ist frisch, Ziele sind definiert – aber innerlich ist noch vieles „offen“: alte Sorgen, ungelöste Konflikte, hoher Arbeitsdruck, familiäre Belastungen, Dauerstress. 

Ein Emotional Reset kann helfen, diesen inneren Ballast wahrzunehmen, zu sortieren und in einem realistischen Rahmen loszulassen – und so klarer in das neue Jahr zu starten. 

Was ist ein Emotional Reset – und was nicht? 

Den Begriff „Reset“ kennen wir aus der Technik: etwas neu starten, nachdem es sich „aufgehängt“ hat.

Übertragen auf die emotionale Ebene meint ein Emotional Reset: 

Sie nehmen Ihre emotionale Situation bewusst in den Blick und treffen Entscheidungen, was Sie entlasten könnte und was Sie künftig anders gewichten möchten. 

Ein Emotional Reset ist also ein bewusster emotionaler Neustart, der helfen kann, wieder mehr Klarheit, Stabilität und Handlungsfähigkeit zu gewinnen. 

Konkret bedeutet das: 

  • innehalten,
  • hinschauen, statt nur zu funktionieren,
  • unterscheiden: Was darf bleiben? Was darf/muss kleiner werden oder gehen? 

Genauso wichtig ist, was ein Emotional Reset nicht ist: 

  • kein „Wegmachen“ von unangenehmen Gefühlen 
  • kein „Ich denke jetzt nur noch positiv“ 
  • kein Programm, um noch leistungsfähiger zu werden 


Innehalten, durchatmen, Neustart.

Gefühle wie Angst, Traurigkeit oder Wut sind keine Störung, sondern Hinweise. Sie zeigen, wo Grenzen überschritten werden, Bedürfnisse zu kurz kommen oder etwas nicht zu Ihren Werten passt. 

Sie sind also nicht „kaputt“, nur weil Sie sich erschöpft, gereizt oder überfordert fühlen. Häufig ist schlicht zu viel gleichzeitig los – vor allem, wenn Beruf, Privatleben und eigene Ansprüche zusammenkommen. 

Woran Sie merken, dass ein Emotional Reset guttun könnte 

Typische Signale dafür, dass Ihr inneres System überlastet ist: 

  • Daueranspannung: Ihr Körper ist ständig in Alarmbereitschaft. 
  • Reizbarkeit: Sie reagieren schnell genervt oder verletzt – im Job ebenso wie privat. 
  • Emotionales Auf und Ab: Ein Tag ist voller Energie, der nächste wie ausgebrannt. 
  • Grübelkarussell: Ihre Gedanken kreisen abends oder nachts immer wieder um dieselben Themen. 
  • Vermeidung: Sie lenken sich viel ab, um unangenehme Gefühle nicht zu spüren. 
  • Verlust von Freude: Dinge, die Ihnen eigentlich Spaß machen, fühlen sich anstrengend oder nur noch wie Pflicht an. 

Diese Signale zeigen: Es ist viel zusammengekommen. Ein Emotional Reset setzt genau hier an – mit einem strukturierten, aber machbaren Blick auf das, was Sie gerade tragen. 

Warum ein Emotional Reset zum Jahresanfang sinnvoll ist 

Der Jahresbeginn ist ein natürlicher Zeitpunkt für Reflexion und Neuorientierung: 

  • Was lief gut im letzten Jahr? 
  • Was hat mich gestresst oder überfordert? 
  • Was möchte ich im neuen Jahr anders machen? 

Der Blick geht dabei häufig auf äußere Themen: Job, Ziele, Organisation, Gesundheit, Finanzen. Ein Emotional Reset ergänzt diese Perspektive um die innere Ebene: 

  • Welche Gefühle und Themen aus dem letzten Jahr trage ich noch mit mir herum? 
  • Welche Situationen oder Menschen haben mich emotional besonders belastet? 
  • Welche inneren Sätze begleiten mich ständig, zum Beispiel: 
  •     •    „Ich darf mir keine Fehler leisten.“
  •     •    „Ich muss stark sein.“ 
  •     •    „Ich darf niemanden enttäuschen.“ 

So wird der Jahresanfang zu einer Gelegenheit, nicht nur Ihren Kalender, sondern auch Ihre innere Ausrichtung bewusst zu überprüfen – und dort anzusetzen, wo Sie Entlastung brauchen. 

Emotional Reset in 4 Schritten: emotionalen Ballast loslassen 

Für einen Emotional Reset müssen Sie nicht Ihr gesamtes Leben umkrempeln. Schon kleine, konsequente Schritte – eine Grenze klarer ziehen, einen Gedanken bewusst hinterfragen, eine kurze Pause ernst nehmen – können viel bewirken. 


Wie kann der Rucksack im neuen Jahr leichter werden? Machen Sie die Bestandsaufnahme

Versuchen Sie diese Schritte einzeln oder nacheinander. 

Schritt 1: Innehalten – Ehrliche Bestandsaufnahme 

Nehmen Sie sich 10 bis 15 Minuten Zeit, möglichst ohne Unterbrechungen. Papier und Stift reichen. 
Fragen für den Einstieg: 

  • Was hat mich im letzten Jahr emotional am meisten belastet? 
  • Welche Situationen oder Menschen tauchen in meinen Gedanken immer wieder auf? 
  • Welche Gefühle habe ich besonders oft weggedrückt (z. B. Angst, Wut, Traurigkeit, Scham)? 

Schreiben Sie alles ungefiltert auf. Achten Sie auf Wiederholungen – hier liegen oft Ihre Hauptthemen. Dieser Schritt schafft Klarheit – und die ist Grundlage für Veränderung. 

Schritt 2: Sortieren – Was soll leichter werden? 

Stellen Sie sich vor, Sie tragen einen Rucksack ins neue Jahr. Darin liegen: 

  • Alte Sorgen 
  • Unerfüllte Erwartungen 
  • Selbstkritik
  • Schuldgefühle 
  • Ärger und Enttäuschungen 

  Fragen Sie sich: 

  • Was davon möchte ich nicht mehr so schwer tragen? 
  • Welche ein bis zwei Themen sollen im neuen Jahr weniger Raum einnehmen? 

Sie müssen nichts sofort lösen. Es reicht, klar zu benennen, zum Beispiel: 

  • „Ich möchte weniger von dem Gefühl mitnehmen, immer perfekt sein zu müssen.“ 
  • „Ich möchte den alten Streit nicht mehr täglich im Kopf durchspielen.“ 

Dieses innere „Stopp, so nicht mehr!“ ist bereits ein zentraler Schritt im Emotional Reset. 

Schritt 3: Grenzen neu setzen – Überlastung reduzieren 

Emotionaler Druck entsteht häufig dort, wo Menschen dauerhaft über ihre Grenzen gehen – gerade im beruflichen Alltag: 

  • Ja sagen, obwohl innerlich ein klares Nein da ist 
  • Verantwortung für Themen übernehmen, die nicht im eigenen Einflussbereich liegen 
  • Eigene Bedürfnisse dauerhaft hintenanstellen 

 Fragen Sie sich: 

  • In welchen Bereichen habe ich im letzten Jahr regelmäßig meine Grenzen ignoriert? 
  • Was hat mich emotional besonders ausgelaugt? 

 Kleine, konkrete Schritte können sein: 

  • Einen Termin absagen oder verkürzen 
  • Erreichbarkeit (beruflich wie privat) klarer begrenzen 
  • Eine Aufgabe delegieren oder später starten 
  • Im Gespräch formulieren: „Das ist in diesem Umfang für mich nicht leistbar.“ 

So reduzieren Sie nach und nach das, was Sie dauerhaft überfordert. 

Schritt 4: Nähren – Platz schaffen für das, was guttut 

Emotionalen Ballast loszulassen bedeutet auch, bewusst mehr von dem einzubauen, was stärkt. 

Fragen Sie sich: 

  • Was gibt mir wirklich Kraft? 
  • In welchen Momenten fühle ich mich ruhig, klar und authentisch? 

Beispiele können sein: 

  • Zeit in der Natur 
  • Gespräche mit Menschen, bei denen Sie sich sicher fühlen 
  • Ruhige Zeit ohne Bildschirm 
  • Eine kreative oder praktische Tätigkeit 
  • Sanfte Bewegung 
  • Kurze, bewusste Pausen im Alltag 

Wählen Sie eine Sache, die realistisch ist, und integrieren Sie sie bewusst in Ihren Wochenrhythmus. 
So wird der Emotional Reset zu einem Prozess, der nicht nur entlastet, sondern Ihre Widerstandskraft stärkt. 

Methoden, die Ihren Emotional Reset unterstützen 


Aufschreiben hilft, die Gedanken zu sortieren

Sie müssen emotionalen Ballast nicht „aus dem Stand“ loslassen. Unterschiedliche alltagstaugliche Wege können Sie begleiten – ohne starres Programm.

  • Schreiben: Kurze Notizen oder ein Tagebuch helfen, Gedanken und Gefühle zu strukturieren.
  • Bewusste Pausen: kleine Unterbrechungen im Alltag, in denen Sie nicht reagieren müssen, sondern kurz durchatmen. 
  • Gespräche: Austausch mit Menschen, denen Sie vertrauen, oder ein professionelles Gespräch (z. B. Beratung, Coaching). 
  • Bewegung: Spaziergänge, Treppen statt Aufzug, einfache Dehnübungen – jede Form von Bewegung unterstützt den Stressabbau. 
  • Körperwahrnehmung: Kurz wahrzunehmen, wie Sie sitzen, stehen, atmen, kann helfen, wieder bei sich anzukommen. 
  • Tapping (Klopfakupressur): Tapping, auch Klopfakupressur genannt, ist weit mehr als nur Erste Hilfe in angespannten Momenten. Die Methode ist ein wirkungsvolles Werkzeug, um emotionalen Ballast aktiv zu bearbeiten und nach und nach loszulassen. 
  • Indem Sie bestimmte Punkte sanft beklopfen und sich dabei innerlich einem belastenden Thema zuwenden, können Sie dessen emotionale Intensität Schritt für Schritt reduzieren. So lassen sich tief verankerte Muster nachhaltig verändern – statt sie nur zu verwalten. 
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Gruppencoaching: Mit Tapping zu mehr Gelassenheit und Leichtigkeit

Im Gruppencoaching "Mit Tapping zu mehr Gelassenheit und Leichtigkeit" lernen Sie eine Methode zur Förderung der emotionalen Resilienz kennen und anwenden. Entdecken Sie, wie Sie sich Schritt für Schritt von belastenden Gefühlen und einschränkenden Denkmustern befreien können, um zu einem positiven Lebensgefühl zu gelangen.

 

Entscheidend ist nicht, welche Methode Sie wählen, sondern dass Sie Ihren inneren Signalen überhaupt Raum geben und erste Schritte gehen. Alles Weitere darf sich entwickeln – in Ihrem Tempo und passend zu Ihrem Leben. 

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Sie ersetzen nicht die professionelle Hilfe durch Berater:innen und Psycholog:innen. Bitte lassen Sie sich bei Suchtproblemen, dauerhafter Niedergeschlagenheit, anhaltendem überproportionalem Stress und tiefergehenden mentalen Problemen professionell beraten, beispielsweise vom pme Familienservice Lebenslagen-Coaching (Link öffnet sich in einem neuen Fenster) .