Junge Frau steht in ihrer ersten eigenen Wohnung, hinter ihr Kartons
Finanzen & Recht

Was kostet meine erste eigene Wohnung?

Endlich in die erste eigene Wohnung ziehen! Doch die neue Freiheit bringt finanzielle Herausforderungen mit sich. Als Azubi oder Studierende:r quillt das Konto meist nicht über. Damit der Traum von den eigenen vier Wänden nicht zum finanziellen Albtraum wird, haben wir alle wichtigen Kosten und Spartipps für dich zusammengefasst.​​​​​​​

​​​​​​​Text: Stephanie Bartsch, Karin Lohse, Einkommens- und Budgetberatung

Was muss ich vor dem Auszug bzw. Einzug in die erste Wohnung beachten?

Bevor du auf die Suche nach der ersten eigenen Wohnung gehst, solltest du Folgendes beachten:

  • Finanzpolster aufbauen: Wenn möglich, bleibe noch ein halbes Jahr länger zu Hause wohnen und spare gezielt Geld an. So startest du mit einem Puffer für Kaution und erste Möbel.
  • Haushalts-Check: Lerne schon bei den Eltern, wie man Ausgaben managt und einen Haushalt führt. Das ist die beste Vorbereitung auf die Realität.​​​​​​​

Worauf muss ich beim Mietvertrag achten?

Die erste Grundregel lautet: Unterschreibe nichts, was du nicht verstehst! Mietverträge enthalten oft komplexe Klauseln. Mit dem Vermieter kannst du auch vereinbaren, den Mietvertrag einen Tag mit nach Hause zu nehmen.

Prüfe, ob der Mietvertrag folgende wichtigen Infos beinhaltet:

  • Sind alle Nebenkosten aufgeführt?
  • Ist die Höhe der Kaution vermerkt?
  • Sind die Namen aller Mieter:innen eingetragen?
  • Gibt es ein schriftliches Übergabeprotokoll?
  • Wie lange ist die Kündigungsfrist?

Kaltmiete vs. Warmmiete

Die Kaltmiete ist nur die Basis. Obendrauf kommen noch Kosten für Strom, Warmwasser, Heizung und umlagefähige Betriebskosten wie Müllabfuhr oder Hausmeister zum Beispiel.

Kaution

Der Vermieter darf maximal drei Kaltmieten als Sicherheit verlangen. Geht beim Auszug alles gut, bekommst du das Geld zurück.

Übergabeprotokoll

Halte jeden Riss im Waschbecken und jeden Kratzer im Parkett schriftlich fest, damit du beim Auszug nicht dafür haftbar gemacht wirst.

Kündigungsfrist

In der Regel beträgt diese drei Monate – plane das für deine Zukunft ein. Auch wichtig: Die Kündigungsfrist von drei Monaten gilt auch für deinen Vermieter.

 

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Erste Wohnung: Wo finde ich finanzielle Unterstützung?

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Azubis können unter bestimmten Voraussetzungen Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Einen Überblick findest du hier hei der Sparkasse: Finanziellen Unterstützungen für Azubis

BAföG

Wenn du studierst, kannst du BAföG beantragen. Alle Infos zum BAföG findest du hier: BAföG online beantragen

Ob du BAföG-gefördert wirst, erfährst du hier: Bekomme ich BAföG?

Studienstarthilfe‑Zuschuss

Wenn du zum ersten Mal ein Studium beginnst und jünger als 25 Jahre bist, kannst du beim BAföG‑Amt einmalig einen Studienstarthilfe‑Zuschuss von 1.000 Euro erhalten.

  • Voraussetzung: Im Monat vor Studienbeginn hast du bestimmte Sozialleistungen bezogen (z. B. Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag).
  • Antragstellung: nur digital über das Portal BAföG Digital.

Bekomme ich Wohngeld?

Den Antrag auf Wohngeld musst du bei der Wohngeldstelle der Gemeinde stellen, in der sich deine Wohnung befindet.

Als Azubi erhältst du Wohngeld allerdings meist nur in Ausnahmefällen (z. B. bei einer zweiten Ausbildung oder staatlich nicht anerkannten Berufen wie zum Beispiel Yoga-Lehrer:in oder Schriftsetzer:in).

Zudem musst du volljährig sein und brauchst einen Nachweis darüber, dass du die Kosten für die Wohnung alleine bestreiten musst.

Alles rund ums Wohngeld findest du in diesem Artikel: Wie beantrage ich Wohngeld?

Wo kann ich Mietbeihilfe als Azubi beantragen?

Die gute Nachricht ist: Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du als Azubi zusätzliche Mietzuschüsse beim Amt beantragen, besonders wenn du unter 25 bist und nicht mehr bei den Eltern wohnen kannst (z. B. wegen der Entfernung zur Ausbildungsstelle).

Checkliste Mietbeihilfe:

  • Du erhältst BAB oder BAB wurde wegen zu hohen Einkommens abgelehnt.
  • Der Mietzuschuss der BAB deckt nicht deine Kosten für Heizung und Miete.
  • Du wohnst nicht mehr zu Hause.
  • Du hast vor deinem Auszug bei deinen Eltern bei dem für ALG II zuständigen Amt den Mietzuschuss beantragt und die Erlaubnis zum Auszug erhalten.
  • Deine Wohnung ist angemessen, was Größe und Preis betrifft. Ansonsten bekommst du nur den Mietzuschuss, der einer angemessenen Wohnung entspricht.

Wann bekomme ich einen Wohnkostenzuschuss?

Wenn du unter 25 Jahre alt bist und nicht mehr bei deinen Eltern wohnst, kommt ein Wohnkostenzuschuss nur dann in Frage, wenn es unzumutbar ist, wieder bei ihnen zu wohnen.

Das gilt etwa, wenn dein Ausbildungsort weit entfernt liegt oder schwerwiegende soziale Gründe deinen Auszug rechtfertigen.
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Die „versteckten“ Fixkosten

Neben der Miete gibt es Kosten, die viele unterschätzen:

  • Strom & Internet: Suche gezielt nach Kombiangeboten, aber achte auf die Laufzeiten (oft 24 Monate).
  • Rundfunkbeitrag (GEZ): Er beträgt 18,36 Euro pro Wohnung. Wichtig: Wer BAföG oder BAB bezieht, kann sich befreien lassen! In einer WG muss nur einer zahlen – sind alle befreit, zahlt niemand.
  • Versicherungen: Eine Privathaftpflicht ist ein Muss. Prüfe, ob du noch über deine Eltern familienversichert bist.
  • Mobilität: Vergiss die Kosten für das Monatsticket oder das Auto nicht.

Antrag auf Befreiung des Rundfunkbeitrags

Weitere Kosten, mit denen du rechnen musst

Neben Mietkosten gibt es noch weitere Kosten, die du in deiner Finanzplanung berücksichtigen solltest.

Zum Beispiel für:

  • Möbel, Einrichtungsgegenstände und Dinge wie Pfannen, Handtücher, Gläser, Fön
  • Kosten für Internet und Handy
  • Kosten für Lebensmittel und sonstige Dinge wie Kontaktlinsen, Kleidung, Friseur

Um einen guten Überblick über die sogenannten Lebenshaltungskosten zu bekommen – was monatlich noch zu Miete und Co. dazukommt –, ist es sinnvoll, eine Art Haushaltsbuch zu führen.

Nachhaltig und günstig die erste Wohnung einrichten

Deine erste Wohnung muss kein Katalog-Haus sein.

  • Second Hand: Möbel und Küchenutensilien (Pfannen, Gläser etc.) findest du günstig bei kleinanzeigen.de, auf Trödelmärkten oder in Sozialkaufhäusern. Auch Sperrmüllschätze können mit etwas Geschick nachhaltig aufgewertet werden.
  • Prioritäten setzen: Überlege genau, was du sofort brauchst und was noch warten kann.

Kosten im Blick behalten mit einem Haushaltsbuch

Um am Ende des Monats nicht im Minus zu landen, ist ein Haushaltsbuch essenziell – ob klassisch auf Papier oder per App, z. B.

Mein Haushaltsbuch

Moneon Haushaltsbuch

App Finanzguru

Wer seine Ausgaben für Lebensmittel, Freizeit und Abos trackt, spart automatisch.

Extra-Tipp Steuererklärung: Auch als Azubi oder Student:in lohnt sich eine Steuererklärung. Fahrtkosten und Arbeitsmittel (Laptop, Tablet) können oft steuerlich geltend gemacht werden.

Was muss ich nach dem Umzug beachten?

Sobald du umgezogen bist, musst du dich beim Einwohnermeldeamt ummelden. Du hast dafür in der Regel zwei Wochen Zeit. Wer das vergisst, riskiert ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro.

​​​​​​​Einkommens- und Budgetberatung

Als ganzheitlicher EAP-Anbieter bietet der pme Familienservice Hilfen in allen Lebenslagen — von psychosozialer Beratung über Führungskräfteentwicklung bis hin zu Einkommens‑ und Budgetberatung.

Wenn Sie Ihre Mitarbeitenden nachhaltig stärken wollen, informieren Sie sich hier über die Leistungen des pme Familienservice und wie wir individuell unterstützen können.
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EAP-Beratung

 

 

null Best Practice „Erste Hilfe mentale Gesundheit“ bei der Justiz Hessen

Marc-Eric Peter Justiz Hessen
Angebot

Best Practice „Erste Hilfe mentale Gesundheit“ bei der Justiz Hessen

Als Vertrauensperson für schwerbehinderte Menschen bei der Justiz Hessen ist für Marc-Eric Peter eines besonders wichtig: Er möchte Kolleg:innen in schwierigen Situationen auf Augenhöhe begleiten können – gerade dann, wenn seelische Belastungen zum Thema werden. Deshalb ließ er sich in der Multiplikator:innenschulung "Erste Hilfe mentale Gesundheit" zum mentalen Ersthelfer ausbilden.

Mentale Gesundheit beschäftigt ihn schon seit vielen Jahren, beruflich wie persönlich. Als Marc-Eric Peter im pme-Newsletter von der Schulung „Erste Hilfe mentale Gesundheit“ las, war für ihn sofort klar: Das passt. Er meldete sich direkt an. 


 

In einer 12-stündigen Online-Liveschulung plus vier Stunden E-Learning lernen die Teilnehmenden in kleinen Gruppen, mentale Belastungen frühzeitig zu erkennen, die Entwicklung psychischer Krankheitsbilder wie Depressionen und Angststörungen besser zu verstehen und betroffene Kolleg:innen einfühlsam und angemessen zu unterstützen.

Gerade die kollegiale Unterstützung spielt dabei eine wichtige Rolle – denn nicht alle Betroffenen trauen sich, mit ihren Themen direkt zu ihrer Führungskraft zu gehen. Umso wertvoller ist es, wenn Kolleg:innen auf Augenhöhe ansprechbar sind.

Genau für Menschen wie ihn wurde die Multiplikator:innenschulung „Erste Hilfe mentale Gesundheit“ entwickelt. In diesem Format bildet die pme Familienservice Gruppe Berufstätige zu Ersthelfer:innen für psychische Notlagen aus.

Begleitet werden die Teilnehmenden von den beiden pme-Seminarleiterinnen Petra Dinkelacker und Cara Isabella Limburger. 

Gesundheitswissenschaftlerin Petra Dinkelacker erklärt den Ansatz der Schulung so:

"Unser Ziel ist, dass die Teilnehmenden Sicherheit im Umgang mit belasteten Kolleg:innen gewinnen. Sie sollen wissen: Wie höre ich zu, wie helfe ich konkret? So wie bei der Ersten Hilfe nach Unfällen geht es darum, in mentalen Notsituationen erste Unterstützung zu leisten – ohne den Job von Psycholog:innen zu übernehmen. Wichtig ist eine fundierte Ersteinschätzung und dann die Weiterleitung an passende Hilfsangebote.“

Ein besonderer Fokus liegt auf der Selbstfürsorge der Teilnehmenden. Lebenslagencoachin Cara Isabella Limburger fügt hinzu:

"Wer anderen hilft, muss auch auf sich selbst achten können. Deshalb umfasst die Schulung nicht nur Techniken zur Gesprächsführung, sondern auch Strategien, um die eigene psychische Gesundheit zu wahren.“

Schulung "Erste Hilfe mentale Gesundheit": Die nächsten Termine​​​​​​​


Cara Isabella Limburger (links) und Petra Dinkelacker (rechts) leiten die Weiterbildung "Erste Hilfe mentale Gesundheit"

Ein Plus für die Rolle als Vertrauensperson

Die Kombination aus theoretischem Fachwissen, praktischen Anwendungsbeispielen und dem Blick auf Selbstfürsorge passt für Marc-Eric Peter ideal zu seiner Rolle als erste Ansprechperson für Mitarbeitende mit seelischen Belastungen oder gesundheitlichen Einschränkungen: „Die Weiterbildung ist ein wesentliches Plus für meine Arbeit".

Überzeugt hat ihn dabei nicht nur der Inhalt, sondern auch die Art der Vermittlung – die Verbindung aus Live-Input, Austausch in der Gruppe und ergänzenden E-Learning-Elementen. „In jedem Fall würde ich die Schulung schon allein wegen der beiden sehr guten Seminarleiterinnen und des vermittelten Umfangs weiterempfehlen.“

Vom Seminar in den Alltag: Drei Kolleginnen unterstützt

Besonders deutlich wird der Nutzen der Schulung für Marc-Eric Peter dort, wo er gelerntes Wissen und neue Sicherheit unmittelbar anwenden konnte: „Bisher konnte ich drei Kolleginnen helfen – eine davon war vergleichbar mit einem bearbeiteten Fall im Seminargeschehen.“

Was im geschützten Rahmen der Schulung geübt wurde – zuhören, sortieren, gemeinsam nächste Schritte finden –, hat sich so direkt in konkrete Unterstützung für Kolleginnen übersetzt.

Damit steht Marc-Eric Peter beispielhaft für das Ziel von „Erste Hilfe mentale Gesundheit“: Beschäftigte so zu stärken, dass sie einander im Arbeitsalltag kollegial zur Seite stehen können – niedrigschwellig und auf Augenhöhe.