Digital Health-Expertin Inga Bergen
Body & Soul

Inga Bergen: Wie die Generation Z das Gesundheitswesen verändert

Inga Bergen ist DIE Expertin, wenn es um digitale Gesundheit in Deutschland geht. Als Unternehmerin, Investorin, Podcasterin und gefragte Speakerin prägt sie die Diskussion über die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Im Interview spricht sie darüber, warum unser Gesundheitssystem noch immer hinter den technischen Möglichkeiten zurückbleibt, wie die Generation Z den Umgang mit Gesundheit verändert und welche Innovationen tatsächlich einen Unterschied machen. Inga Bergen ist als Speakerin beim Health Day 2026 dabei. Interview: Simone Bohny/Christin Müller

​​​​​​​ "Ich freue mich auf Medizin, die weiß, dass Frauen keine kleinen Männer sind." (Inga Bergen)

Was treibt Sie an, sich mit so viel Leidenschaft für die Zukunft des Gesundheitswesens einzusetzen?

Inga Bergen: Ich habe zweimal Unternehmen im Digital Health gegründet und geführt – und dabei gelernt, wie langsam sich ein System bewegt, das eigentlich das innovationsstärkste sein müsste, das wir haben. Was mich antreibt, ist die Lücke zwischen dem, was medizinisch und technologisch längst möglich ist, und dem, was Menschen tatsächlich erleben, wenn sie krank sind. Diese Lücke ist kein Technologieproblem. Sie ist ein Struktur-, Anreiz- und Mutproblem. Und genau deshalb bleibe ich dran: weil sie lösbar ist.

Was macht die Generation Z aus Ihrer Sicht anders als die anderen, wenn es um Gesundheit geht?

Ich bin vorsichtig mit Generationenerzählungen – sie erklären oft weniger, als sie behaupten. Was ich aber wirklich beobachte: Diese Generation trennt Gesundheit nicht mehr sauber von Alltag. Mentale Gesundheit, Schlaf, Ernährung, Bewegung, Arbeit – das ist ein Kontinuum, kein Set getrennter Zuständigkeiten. Das kollidiert mit einem System, das exakt in Zuständigkeiten organisiert ist: Facharztgrenzen, Sektorengrenzen, Kostenträgergrenzen. Der Konflikt ist nicht “jung gegen alt”. Er ist “integriertes Erleben gegen fragmentierte Versorgung”.

Die Gen Z ist die erste Generation, die komplett mit digitalen Technologien aufgewachsen ist. Welche Anforderungen bringt sie deshalb an Ärzt:innen, Krankenhäuser oder Krankenkassen zukünftig mit?

Drei, die ich für strukturell halte:

Erstens: Erwartungssouveränität. Wer gewohnt ist, dass jede Dienstleistung transparent, buchbar und nachvollziehbar ist, akzeptiert nicht, dass ein Termin sechs Wochen dauert und niemand sagen kann, warum.

Zweitens: Datenzugang als Selbstverständlichkeit. Nicht als Recht, das man erkämpft, sondern als Grundzustand.

Drittens – und das wird unterschätzt – Beziehungsqualität. Digitalaffinität heißt nicht Distanzwunsch. Im Gegenteil: Je austauschbarer die Transaktion, desto höher der Wert echter ärztlicher Zuwendung. Wer glaubt, mit einer App die Bindung zu ersetzen, hat es falsch verstanden.

Welche digitalen Entwicklungen werden unseren Umgang mit Gesundheit in den nächsten Jahren wirklich verändern?

Weniger die spektakulären, mehr die langweiligen. Interoperable Daten. KI in der Dokumentation und Entscheidungsunterstützung – nicht, weil sie Ärzt:innen ersetzt, sondern weil sie ihnen Zeit zurückgibt. Und vor allem: die Verlagerung von Diagnostik nach vorne, aus der Klinik in den Alltag, aus dem Akutfall in die Früherkennung.

Was mich mehr interessiert als die Technologie ist die Frage, wer davon profitiert. Wir laufen gerade Gefahr, ein System zu bauen, das für digital souveräne, gut versicherte, gesundheitsinteressierte Menschen hervorragend funktioniert – und für alle anderen schlechter wird als vorher. Das ist keine technische Frage, sondern eine Verteilungsfrage.

Viele junge Menschen hinterfragen medizinische Empfehlungen heute viel kritischer als frühere Generationen. Ist das ein Zeichen von mehr Gesundheitskompetenz oder einer gefährlichen Selbstüberschätzung?

Ehrlich gesagt: weder noch. Ich glaube, die Frage greift zu kurz.

Was wir sehen, ist kein Kompetenzzuwachs und keine Anmaßung, sondern ein Vertrauensverlust in Institutionen bei gleichzeitig radikal veränderten Informationsquellen. Das ist etwas anderes.

Gesundheitskompetenz – gemessen an den üblichen Instrumenten – ist in Deutschland über alle Altersgruppen hinweg eher schwach, auch bei den Jungen. Was sich verändert hat, ist nicht das Können, sondern der Zugang: Jede Empfehlung steht heute sofort neben tausend anderen Stimmen, und keine davon trägt ein Siegel, das man auf den ersten Blick lesen kann.

Die Antwort darauf ist nicht, Autorität zurückzufordern. Die hat man entweder oder nicht. Die Antwort ist, Begründung mitzuliefern. Ein “Das machen wir so” funktioniert nicht mehr. Ein “Das machen wir so, weil – und hier ist die Evidenz, und hier ist ihre Grenze” funktioniert sehr wohl. Das ist anstrengender. Es ist auch besser.

Sie sprechen mit vielen Vordenker:innen aus dem Gesundheitswesen und begleiten Innovationen seit Jahren. Auf welche Entwicklungen freuen Sie sich mit Blick auf die nächsten zehn Jahre am meisten?

Auf den Moment, in dem Prävention nicht mehr das Wort ist, das alle in Sonntagsreden sagen und niemand finanziert. Es gibt gerade eine seltene Konstellation: die Technologie ist da, der Kostendruck ist unausweichlich, und eine Generation kommt nach, für die Vorsorge kein Verzicht ist, sondern Selbstwirksamkeit. Wenn diese drei Dinge zusammenfinden, verschiebt sich etwas Grundsätzliches.

Und, konkreter: Ich freue mich auf Medizin, die weiß, dass Frauen keine kleinen Männer sind. Da bewegt sich endlich etwas – zu langsam, aber es bewegt sich.

Zum Schluss ein kleiner Generationen-Check: Wenn Sie der Generation Z eine Eigenschaft “klauen” dürften – welche wäre das? Und gibt es umgekehrt etwas, das die Generation Z vielleicht von älteren Generationen lernen kann?

Klauen würde ich die Selbstverständlichkeit, mit der diese Generation über psychische Gesundheit spricht. Meine Generation hat das mit sich selbst ausgemacht und es Stärke genannt. Das war es nicht.

Umgekehrt: Geduld mit Systemen. Nicht Fügsamkeit – Geduld. Manches Wichtige verändert sich nicht in achtzehn Monaten, sondern in achtzehn Jahren, und wer nur die schnelle Wirkung sucht, verlässt den Raum, bevor es interessant wird.

Die wirklich großen Verschiebungen im Gesundheitswesen macht niemand als Sprint.

pme Health — Ganzheitliches BGM

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null Haushaltsnahe Dienstleistungen: „Vom Fleck weg“

Eine Haushaltshilfe kümmert sich um den Haushalt einer Seniorin
Haushalt

Haushaltsnahe Dienstleistungen: „Vom Fleck weg“ unterstützt

Haushaltsnahe Dienstleistungen werden immer gefragter. Unsere Dienstleistungsagentur „Vom Fleck weg“ unterstützt bei jedem Bedarf und schafft sichere Arbeitsverhältnisse.

Ob Hilfe in Haus und Garten, Familienpflege oder Alltagsbetreuung für Senioren: Haushaltsnahe Dienstleistungen sind im Trend.

Rund 10 Prozent der Privathaushalte beschäftigen bereits eine Haushaltshilfe und nutzen die gewonnene Zeit für berufliche Projekte, Betreuungs- und Sorgearbeit und zur Erholung. Die Zahl der interessierten Nutzer*innen wird bedingt durch den demografischen Wandel – Zunahme von Single-Haushalten und Alterung der Gesellschaft – noch steigen. 

Quelle: Prognos

Dienstleistungsagenturen bringen Vorteile für alle

Bisher wird ein Großteil der haushaltsnahen Dienstleistungen illegal erbracht. Oft erscheint das den Auftraggeber*innen günstiger. Viele scheuen den Aufwand, eine Haushaltshilfe anzumelden, vor allem wenn sie haushaltsnahe Dienstleistungen nur unregelmäßig und in geringem Umfang in Anspruch nehmen.

Eine Dienstleistungsagentur wie „Vom Fleck weg“ ist hier die ideale Lösung, denn sie übernimmt Tätigkeiten auch mit wenigen Stunden oder auf gelegentlicher Basis. Dabei führt sie verschiedene Einsätze zu einem Arbeitsverhältnis zusammen und schafft faire Jobperspektiven. Nutzer*innen erhalten bei jedem Bedarf die passende Unterstützung und müssen sich nicht um Formalitäten kümmern. 

Sichere Festanstellung und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze

Unsere Mitarbeiter*innen sind in Hauswirtschaft und Alltagsbegleitung geschult, fest angestellt und werden zum Teil im Rahmen des Programms „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ gefördert. Für sie schaffen wir überwiegend sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze mit Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Vertretungsregelungen sowie mit enger Begleitung und regelmäßiger Schulung.

Als Arbeitgeber führen wir verschiedene Einsätze zu einem Arbeitsverhältnis zusammen und helfen Menschen, sich eine berufliche Perspektive aufzubauen. Durch Ihren Auftrag leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe am Arbeitsmarkt und sorgen für mehr Fairness in diesem Arbeitsfeld. 

„Vom Fleck weg“: Hilfe im Haushalt und Alltagsbegleitung:

Die pme Dienstleistungsagentur „Vom Fleck weg“ ist offen für die verschiedensten Zielgruppen – ob Familien mit Kindern, Senioren, Menschen mit Behinderungen oder Singles.

Wir betreiben derzeit an mehreren Standorten „Vom Fleck weg“ und arbeiten mit großem Engagement daran, Ihnen diesen Service bald bundesweit anbieten zu können. Mehr Informationen finden Sie hier:

Haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen

Was viele nicht wissen: Sie können Ihre Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. Jährlich können Sie 20 Prozent der tatsächlichen Kosten bis maximal 20.000 Euro steuerlich geltend machen. Unter dem Strich ist ein Abzug von bis zu 4.000 Euro pro Jahr möglich.

Die Voraussetzungen dafür: Es handelt sich um Dienstleistungen, die sonst Haushaltsmitglieder übernehmen würden, und sie müssen in der Wohnung beziehungsweise auf dem Grundstück erbracht werden. Dazu gehören die Grundreinigung der Wohnung, Fußwegereinigung und Winterdienst, Hausmeisterleistungen, Gartenarbeiten, Kinderbetreuung zu Hause, Haustierversorgung, Betreuung eines pflege- oder hilfsbedürftigen Angehörigen (auch wenn die Dienstleistung nicht in der eigenen Wohnung, sondern in der des Angehörigen stattfindet).

Als Nachweis für die Aufwendungen benötigen Sie eine Rechnung, die per Überweisung gezahlt werden muss. 

Gegebenenfalls Abrechnung mit Kranken- und Pflegekassen möglich

Wir arbeiten aktiv an Kooperationen mit Kostenträgern wie Pflege- und Ersatzkrankenkassen, um unsere Dienstleistungen auch Haushalten mit niedrigem Einkommen anbieten zu können – zum Beispiel durch die Anerkennung als Anbieter für Unterstützung im Alltag oder für Verhinderungspflege. Auch Einsätze im Rahmen der Familienpflege, die von der Ersatzkasse bezahlt werden, kann unsere Dienstleistungsagentur „Vom Fleck weg“ übernehmen. 

Leidenschaft und die „persönliche Note“: unsere Teammitglieder im Porträt

Unsere Teammitglieder sind mit Leidenschaft bei der Sache, um Menschen im Haushalt und bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen. Wichtig ist ihnen dabei immer die persönliche Note.

„Ich helfe sehr gerne älteren Menschen, denen es schwerfällt, selbst einkaufen zu gehen oder ihre Wohnung zu putzen – oder die einfach jemanden brauchen, der da ist und zuhört.“
Hendrikje, „Vom Fleck weg“ Leipzig

„Vor allem ältere Menschen haben oft mit dem Haushalt zu kämpfen. Durch meine Arbeit für ‚Vom Fleck weg‘ kann ich ihnen den Alltag erleichtern.“
Franz, „Vom Fleck weg“ München

"Mir gefällt es sehr, etwas Sinnvolles und Hilfreiches zu tun und mit viel Spielraum und Unterstützung durch Kolleginnen Menschen helfen zu können. Hier kann ich viele meiner Erfahrungen, z. B. im medizinischen Sektor, einbringen.“
Miriam, „Vom Fleck weg“ Düsseldorf

Über den pme Familienservice

Im Auftrag von mehr als 900 Arbeitgebern unterstützt die pme Familienservice Gruppe Beschäftigte, Beruf und Privatleben gelingend zu vereinbaren und mit freiem Kopf arbeiten zu können. Mehr über die pme Familienservice Gruppe erfahren Sie hier: www.familienservice.de/wer-wir-sind